Juli 3, 2011 Off

Weintour Frankenland – Johann Ruck

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In Iphofen direkt am Kopfende des zentralen Rathausplatzes gelegen finden wir das Weingut Johann Ruck. Erneut ein schön anzusehendes 3stöckiges Gebäude, das gut ein Hotel oder Gasthof sein könnte. Das Interieur des Verkaufsbereichs hat den Charme der 70iger Jahre mit viel verbauter Eiche. Die Atmosphäre hat wenig gemein mit den modernen Desgin-Verkaufs- und Degustationsräumen eines Horst Sauer oder der Sommeracher Winzer.

 

Wein Nr. 1:

Silvaner - Iphöfer Kalb 2008
Die Farbe sehr hell, fast silbrig. In der Nase Apfel, Birne und vielleicht Gurke. Geschmacklich: Apfel, Birne, insgesamt aber wenig Frucht. Eher steinige Noten und Gurke bzw. grüne Paprika.

Wertung: 5,5/10 Punkte

Preis: ca. Wir haben beim Weingut direkt EUR 10,- gezahlt

Wein Nr. 2:

Sauvignon Blanc– Iphöfer Kronsberg 2009

Wir haben kaum erträglichen schwefeligen Geruch. Ein sehr heller Wein mit mittlerer Fülle und deutlicher Säure. Noten von Kümmel und Kräutern. Trotz ansprechender geschmacklicher Qualität – wegen des Geruchs leider kein wirklicher Genuss.

Wertung: 3,0/10 Punkte

Preis: ca. EUR 10,00 ab Weingut

Hintergrundinformationen:

Gegründet im Jahr 1839 bewirtschaften heute Hans Ruck zusammen mit seinem Sohn Johannes ca. 13 ha. Das Weingut ist VDP-Mitglied und die Weine gelten als “Spätentwickler” und sind seit einigen Jahren mehr auf Haltbarkeit denn auf fruchtigen Charakter ausgelegt. Gault Millau bewertet das Weingut mit 3 Trauben, Eichelmann vergibt 4 Sterne.

 

 

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Juli 2, 2011 Off

Weintour Frankenland – Zehntkeller Iphofen

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Weg vom Main in Richtung Süden gehts nach Iphofen. Hier steht bei uns das Weingut Zehntkeller auf dem Plan, das sich unweit vom Stadtkern befindet. Ein sehenswertes Romantikhotel ist dem Weingut angeschlossen. Das klassische Weingut-Feeling drängt sich deshalb allerdings nicht auf. Verkostung und Verkauf finden direkt neben der Rezeption statt. Ein eher pragmatischer Ansatz. Anyway, wir entscheiden uns für einen Silvaner von der Premiumlage des Weinguts dem “Julius-Echter-Berg”.

Weinnotiz:

Silvaner Spälese SZ - Julius Echter Berg 2008

Satte gold-grüne Farbe. Deutliche Fülle mit grün-grasigen und würzige frische Noten. Anständig, aber kein “must have”

Wertung: 5,0/10 Punkte

Preis: ca. EUR 14,00 ab Weingut

Hintergrundinformationen:

Der Inhaber des Weingutes, Frank Erhard, ist die vierte Generation, die im Besitz des Weinguts und des Hotelbetriebs ist. Es werden ca. 25 ha bewirtschaftet und 220.000 Flaschen kommen zur Abfüllung mit dem Etikett des Zehntkellers. Die Weine des Weingutes haben erst in den letzten Jahren für ein wenig mehr Aufmerksamkeit gesorgt. Sowohl im Gault Millau (eine Traube in Ausgabe 2011) wie auch im Eichelmann (zwei Sterne in Ausgabe 2011) findet das Weingut wenig euphorische Beachtung.

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Januar 30, 2011 Off

Aktuelle Korkenziehung – Buddel 15: “Philipp Kuhn – Weißburgunder Tradition”

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Ein Tipp unter Freunden: “Philipp Kuhn”. Von einem bestimmten Wein von Philipp Kuhn wurde gar nicht gesprochen. Erster Versuch für uns: Philipp Kuhn’ s Weissburgunder >Tradition<. Ein Gutswein - da die Flasche eine blaue Kapsel hat. Philipp Kuhn markiert seine Weine je nach Qualitätsstufe mit unterschiedlich farbigen Kapseln. Blaue Kapsel = Gutsriesling. Silberne Kapseln = "Ursprungsweine". Goldene Kapsel = Große Gewächse. Dann weg mit dem Schraubverschluss:

Weindaten:

Das 1. Glas war erstaunlich schnell geleert. Das zeichnet diesen Wein jedenfalls deutlich aus. Leicht, frisch, toll ausbalanciert. Der Wein zeigt sich im Glas eher hell fast gräulich. Die Nase bringt eine tolle Abwechslung von Birne, Pfirsich und wir haben die Assoziation von weißen Blüten. Noch jung perlig kommt er im Geschmack. Fruchtige Noten von Pfirsich (?) und Melone oder Quitte. Dabei ist er von der feinen, leichten Sorte auch mit mineralischen Ansätzen. Kein komplizierter Wein, aber leicht, klar und spritzig, der uns sehr viel Spaß macht und unseres Erachtens nach einfach so und weniger als Essensbegleiter für wuchtige Mahlzeiten genossen werden sollte.

Hintergrundinformationen:

Das Weingut bewirtschaftet 20ha in der Pfalz mit Lagen wie den Laumersheimer Mandelberg und Kapellenberg sowie den GG-Lagen Kirschgarten und Steinbuckel und dem Großkarlbacher Burgweg. Auszeichnungen hat der pfälzische Winzer Philipp Kuhn auch schon verbuchen können. Er ist für die Kritiker des Gault Millau in ihrem WeinGuide 2011 der «Aufsteiger des Jahres». Zudem gab es Auszeichnungen insbes. für seine Rotweine.

Die einzige Schwierigkeit, die wir mit Philipp Kuhn haben, betrifft seinem Fussballgeschmack, denn Herr Kuhn scheint Fan des FCK zu sein. So hat er für den FCK eine Wein-Sonderedition namens “Edition 1900” abgefüllt, die das Gründungsjahr des Clubs benennt und die auch nur in einer limitierten Anzahl von 1.900 Flaschen hergestellt wurde. Anyway, was für eine Pfälzer sicherlich angebracht erscheint ist für mich als Hamburger leider nur schwer nachvollziehbar. Bei Gelegenheit versuchen wir Herrn Kuhn mal umzustimmen.

Eine Übersicht der Weine von Philipp Kuhn erhält man als .pdf auch auf seiner Seite. Und hier sind weitere tolle Kreationen wie der Luitmar dabei, über die wir in einem separaten Artikel noch berichten werden. Ein Online-Shop gibt es leider nicht.

Wertung: Frisch, fruchtig und hoher Spaßfaktor. Dafür von uns: 8,0/10 Punkte für einen Gutswein!

Preis: ca. EUR 7,50

Zu beziehen über: solvino, weinforster oder Enoteca Blanck & Weber (bei allen Shops haben wir ohne schlechte Erfahrungen zu machen bestellt – bekommen aber keine Vergütung und leider auch kein Gratiswein für die Empfehlungen)

Fast Facts: 2009er Weißburgunder, Philipp Kuhn, Gutsriesling, Alc. 12,5%, keine Angaben zu Säure und Restsüße

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Januar 30, 2011 Off

Weintour Frankenland – Weingut Horst Sauer

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Von Sommerach geht es ins benachbarte Escherndorf zu einem absoluten Highlight unserer Tour: das Weingut von Horst Sauer. Escherndorf selbst stellt sich uns als reizendes kleines Weinstädtchen vor, das praktisch vom Main in einer Flußbiegung umgeben und das direkt an der berühmten Lage Escherndorfer Lump gelegen ist. Das Weingut von Horst Sauer liegt in einer der beiden “größeren” weil zweispurigen Straßen und fällt auf durch moderne Architektur im Eingangsbereich des Weingutes, die sich vom traditionellen Baustil des Ortes anhebt. Wir treten ein und probieren mal drauf los.

Wein Nr. 1:

Blauer Silvaner Spätlese - Escherndorfer Fürstenberg 2008
Was ist ein Blauer Silvaner? Nie gehört und deshalb gleich draufgestürzt. Die Farbe ist ein dunkles Gelbgold, die aus der blau-gräulichen Farbe der Schale dieser nur noch sehr selten angebauten Rebsorte (Anbaufläche unter 50ha in ganz Deutschlad) resultiert. Kurz nach dem Öffnen haben wir typische Silvanernoten aus Gras, Heu aber auch Grapefruit. Einige Stunden später kommt ein freundliche Honignote hinzu. Geschmacklich ist der ein Wein ein Kraftpaket. Wenig Säure, leicht bittere Noten, langer Nachhall und vor allem fruchtige Fülle. Sehr spannender Wein.

Wertung: 6,0/10 Punkte

Preis: der Wein ist leider kaum erhältlich übers Internet. Wir haben beim Weingut direkt EUR 9,90 gezahlt

Wein Nr. 2:

Sehnsucht – im Wesentlichen aus der Rebsorte Silvaner

Die Weine “Sehnsucht” und “Einmal” führt Horst Sauer als sogenannte Specials in seinem Sortiment neben den bekannten Qualitätsbezeichnungen Kabinett, Spätlese, GG. Diese Weine entstehen unter Verzicht auf die “konventionellen Spielregeln” und in Augenblicken “außergewöhnlicher Inspiration”, wie es auf der Homepage des Winzers beschrieben wird. Auch hier wieder ein deutlicher Körper und tolle Frucht mit Noten von Melone und Stachelbeere. Zudem ist der Wein fast cremig und man erkennt feine Holznoten.

Wertung: 8,0/10 Punkte

Preis: ca. EUR 17,00 ab Weingut (für den 2008er)

Wein Nr. 3:

Silvaner Spätlese - Escherndorfer Lump 2009

-Bericht erscheint nach Verkostung-

Hintergrundinformationen:

Das Motto des Winzers: “Große Dinge werden durch Mut errungen, größere durch Liebe, die größten durch Geduld.« (Peter Rosegger, 1843 – 1918). Ob er genau nach diesem Motto seit seinem 22sten Lebensjahr auf dem familieneigenen Weingut schafft, war nicht herauszufinden, aber das Ergebnis seiner Arbeit hat es zu bemerkenswerter internationaler Anerkennung gebracht. Auszeichnungen zu Hauf – und die muss man sich ebenso wie seinen Wein einmal auf der Zunge zergehen lassen (und wir beschränken uns hier auf die Auszeichnungen für den Winzer):

International Wine challenge London – White winemaker of the year 2004 (worldwide!) und er erhält die Trophy  für “consistency in performance over the past 5 years” in den Jahren 2008 und 2003 und ist damit neben dem für seinen Champagner bekannten Hersteller Champagnes P&C Heidsieck das einzige Weingut weltweit, das diese Ehrung 2x erzielen konnte.

International Wine and Spirit Competition London – German Wine Producer of the Year 2010, 2007 und 2004

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Oktober 31, 2010 Off

Aktuelle Korkenziehung – Buddel 14: “Ascheri – Dolcetto”

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Man sagt, Weintrauben nähmen den Geschmack ihrer Umgebeung an. Sie schmecken ein bisschen nach Apfel, wenn ein Obsthain in der Nähe ist, sie schmecken nach den Kieseln, auf denen sie wachsen und sie schmecken nach Pinienbäumen und Lavendel, wenn sie in Südfrankreich reifen. Sagt man.

Fertige Weine nehmen auch den Geschmack ihrer Umgebung an. Sagt keiner, ist aber so. Der “Ascheri Dolcetto” schmeckt nach rot-weiß karierten Tischdecken, nach Ciabatta mit Olivenöl, nach “si, grazie” und hausgemachter Pasta mit frischen Tomaten in einem winzigen kleinen Ristorante, bei dem man in die Küche gucken kann.

Nein, tut er natürlich nicht. Nicht direkt. Aber er schmeckt nach Italiener. Das schon. Nach echtem Italiener. Vollblut-Italo. Signore molto, molto bella Italia. Ein bisschen Orange im ersten Moment. Etwas Kühles danach, Eukalyptus oder Pfefferminze – aber dezent. Stand er ein bisschen, kommt Vanille durch. Vanille im echten Vanille Sinne, Vanilin, das Süße, nicht Vanille im Sinne von Holz und Tanin. Das Fruchtige bleibt und auch wenn er nicht der Größte, nicht der Vollste ist, lässt er sich doch von einem deftigen Essen nicht unterkriegen.

Serviert wurde der “Ascheri Dolcetto” in einer hinreißeden, kleinen Salumeria, glorioses Essen, später Abend, draußen Regen, drinnen amore mio. Und der “Ascheri Dolcetto” war hinreißend! Denn Weine, und auch das sagt man, schmecken ja immer so gut wie der Moment ist, in dem man trinkt.

Hintergrundinformationen:

Die Azienda Ascheri ist ein ganz klassischer Familienbetrieb mit 40 Hektar Rebflächen im Barolo und einer Jahresproduktion von 240.000 Flaschen. Das Weingut entstand zu Beginn des letzten Jahrhunderts in dem kleinen Dorf La Morra (Gemeinde Ascheri), in dessen Umgebung man die ersten Weinreben anpflanzte und das Gut existiert noch heute. Wesentliche Aktivitäten wurden dann später nach Bra verlegt.

Wertung: 6,0/10

Zu beziehen über: superiore.de

Fast Facts: Dolcetto d’Alba “San Rocco”; Weingut Azienda Ascheri; Rebsorte 100% Dolcetto; Alkoholgehalt 13,5%

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Oktober 30, 2010 Off

Aktuelle Korkenziehung – Buddel 13: “Muskateller, Ökonomierat Rebholz”

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Wie eine Antiquität. Selten und alt. So könnte man vielleicht auch den Muskateller bezeichnen. Bei Wikipedia wird der Muskateller als eine der ältesten Rebsorten bezeichnet mit Ursprung irgendwo in Kleinasien. Keine neue Kreuzung oder Züchtung wie die von Herrn Müller aus Thurgau. Etwas Besonderes ist der Muskateller außerdem oder zumindest dieser Muskateller – vom Herrn Ökonomierat Rebholz aus der Pfalz.

Weindaten:

Unsere Antiquität ist noch recht jung und spritzig. Der Wein perlt noch leicht und hat eine deutliche Frische. Dabei kommt er aber nicht bissig. Mineralisch ist er, aber dennoch schmelzig-weich. Kiwinoten und Stachelbeere, Kräuter schmecken wir und deutlich blumige Noten haben wir in der Nase. Ein leichter, aber doch würziger Wein.

Hintergrundinformationen:

Die Winzerfamilie Birgit und Hansjörg Rebholz aus Siebeldingen steht hinter dem Weingut Ökonomierat Rebholz, auf dem eine Familiengeschichte fortgeführt wird, die weit ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Und bei Familie Rebholz ist der Name bis heute Programm, nur beschränkt man sich seit drei Generationen ganz und gar auf den Weinbau und das ganz “öko”. Der “alte” Ökonomierat Eduard Rebholz hatte bereits in den 40er Jahren eine Idee vom «Natur-Wein», dem das Weingut sich seither verschrieben hat.

Und Anerkennung gibt es inzwischen reichlich: aktuell feierte Gault Millau 2010 gleich 4 Weine des Weingutes mit 93er und 94er Punkten.

Wertung: Elegant, würzige Öko-Antiquität. Das ist doch mal was. 8,0/10 Punkte geben wir und freuen uns schon auf die anderen Weine von den Rebhölzern.

Preis: ca. EUR 15-

Zu beziehen über: Mövenpick Weinkeller

Fast Facts: 2009er Muskateller, Ökonomierat Rebholz, Alc. 11,5%; Säure 7,2g; Restzucker 7g;

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Oktober 23, 2010 Off

Weintour Frankenland – Winzer Sommerach eG

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Auf unserer Weintour durchs Frankenland gehts den Main aufwärts. Sommerach ist das erste Ziel. Der Winzerkeller Sommerach. Und als wir die lokale Winzergenossenschaft erreichen, läuft gerade das jährliche Weinfest. Volltreffer! Besuch des historischen Kellergewölbes inkl. langem Gespräch mit dem Kellermeister Helmut Glaser. Es folgt der Einkauf und die Weinprobe.

Hintergrundinformationen:

Gegründet wurde die älteste Winzergenossenschaft Frankens im Jahre 1901. Der Genossenschaft angeschlossen sind heute 90 Winzerfamilien, die insgesamt 170 ha Anbaufläche auf sich vereinen. Die besseren Lagen sind unter anderem der Sommeracher Katzenkopf sowie einige Hektar am Escherndorfer Lump (weitere Lagen: Obereisenheimer Höll, Stammheimer Eselsberg, Volkacher Ratsherr, Kammerforster Teufel, Wiebelsberger Dachs, Oberschwarzacher Herrenberg). Bei der International Wine & Spirits Competition 2010 in London schneidet diese Genossenschaft gleich mal als bester fränkischer Erzeuger ab. Aber zu den Weinen:

Wein Nr. 1:

Silvaner Spätlese -
Die Farbe ist ein leichtes gelb-gold, anfangs scheinbar mit leichtem Grünstich; in der Nase erkennen wir Birne, sogar leichte Banane; Geschmacklich zeigen sich Birne, Honig. Voll und leicht ölig schmeckt er. Wir haben anfangs sogar Pfeffernoten, der Wein erscheint noch herb, fast Bitter und leicht grasig.

Alkohol: 13,5%
Säure: 4,2 g/l
Restsüße: 5,4 g/l

Wertung: 8,0/10 Punkte

Preis: ca. EUR 8,00

Wein Nr. 2:

Weissburgunder Spätlese -
Die Farbe ist ein deutlicheres gelb-gold. Man sieht, dass dieser Wein mit schöner Spätlesefülle kommen wird; in der Nase erkennen wir spritzige Birne und anfangs leicht kräuterige Noten und sogar Kümmel (?); Geschmacklich kommt dann tatsächliche eine den ganzen Mund erreichende Fülle. Das ist sicherlich kein leichter süffiger Wein. Birne, Honig, am Ende auch nussige Noten.

Alkohol: 13,5%
Säure: 5,7
Restsüße: 6,3

Wertung: 6,5/10 Punkte

Preis: EUR 8,00

Wein Nr. 3:

Grauburgunder Spätlese -

Auch hier ist die Farbe ist ein deutlicheres gelb-gold. Die Farbe erinnert an die Weissburgunder Spätlese. In der Nase erkennen weiche Banane aber auch mineralische Töne die an unreife Birne erinnern. Geschmacklich kommt dann auch hier eine tolle weiche Fülle. Honig (trotz überschaubarer Restsüße von 4,7g), Mandeln, insgesamt deutlich fruchtig aber auch Orangenschalen und nussige Noten.

Alkohol: 13,5%
Säure: 5,4
Restsüße: 4,7

Wertung: 6,5/10 Punkte

Preis: EUR 8,00

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Oktober 17, 2010 Off

Aktuelle Korkenziehung – Buddel 12: “Le Cas” – 100% Carignan

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Ein weiterer Test eines rebsortenreinen französischen Rotweines. Diese Serie wollen wir mit einem Carignan weiterführen.

Hintergrundinfos:

Ehemals die meistangebaute Rebsorte in Frankreich, soll sich das Gros des französischen Carignan-Anbaus heute auf das Languedoc zu konzentrieren. Als wenig filigran und aromareich gilt der Carignan. Wir lassen uns da mal überraschen.

Weindaten:

Und dieser Carignan ist “spicy” und pfeffrig. Begriffe wie kantig und schroff fallen uns ein. Der Wein ist halbvoll, dabei leicht säuerlich aber auch nur mäßig tanninig. Wenig Frucht hat der Wein. Blaubeeren vielleicht oder Pflaumen. In der Nase finden wir einen leichten “Stink”. Der “Le Cas” ist aus dem Jahr 2007.  Hergestellt wird der Wein vom Weingut Mas Conscience. Es befindet sich bei Larzac, rund 35 Kilometer nordwestlich von Montpellier. Der Wein wurde aus über 50-jährigen Carignan-Reben gewonnen, was die ganz eigene Art, den eigenen Charakter noch hervorhebt.

Wertung: Ein derber, kantiger Typ. Alt-traditionell und damit – im Vergleich zu dem was wir sonst oft im Glas haben – etwas ganz anderes. Wir geben ihm 6,0/10 Punkten und finden, es ist ein durchaus überdurchschnittlich guter Wein. Ein Typ eben.

Preis: ca. EUR 12-15

Fast Facts: Le Cas, Mas Conscience, Jahrgang 2007, Languedoc, 100% Carignan

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Juli 21, 2010 Off

Weintour Frankenland – Staatl. Hofkeller Würzburg

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Die letzte Station in Würzburg bevor wir Mainaufwärts starten. Der Staatliche Hofkeller Würzburg. Hier verbinden wir die Kellerbesichtigung mit einer Verkostung und shoppen gehen wir natürlich auch. Aber erst einmal wirds dunkel und wir steigen hinab in den Keller des Weltkulturerbes Würzburger Residenz.

Hintergrundinfos:

Die Kellerfläche der Residenz beträgt 4.557 qm. Insgesamt fasst der Keller Holzfaßlagerkapazitäten von ca. 600.000 ltr. Die bis zu 6,5m hohe Gewölbedecken sind schwarz durch Pilzbewuchs. Überall beleuchten Kerzen die Hälfte des Gängelabyrinths, die für die Besucher freigegeben sind. Darunter sind größere Bereiche des Kellers, die für Veranstaltungen genutzt werden können. Prominentester Gast war vor kurzem unser inzwischen ehemaliger Bundespräsident Köhler.

Die zum Hofkeller gehörenden Anbauflächen befinden sich im Wesentlichen außerhalb von Würzburg: 1. am Untermain (Hörsteiner Abtsberg), 2. um Würzburg (z.B. Würzburger Stein), 3. im Steigerwald (z.B. Handthaler Stollberg) und auf warmem Buntsandstein im Mainviereck, wo ausschließlich Rotweine des Hofkellers (z.B. Großheubacher Bischofsberg) angebaut werden. Insgesamt bewirtschaftet der Staatliche Hofkeller Würzburg derzeit eine Rebfläche von 120 ha (Stand Juli 2010). Nun aber los mit dem Weinverzehr (nachgekauft werden kann übrigens auch direkt im Online-Shop des Hofkellers).

Wein Nr. 1:

Silvaner Kabinett, Hörsteiner Abtsberg, 2008:

Hell gelblich-gräuliche Farbe mit grünen Reflexen. Beim Geruch meinen wir erneut Spuren von Banane zu entdecken. Deutlich sind die für den Silvaner typischen Birnenoten. Dennoch hat er keinen Geruch, der einen fruchtigen Wein erwarten lassen würde. Leichter Gras oder Heugeruch verhindert diese Assoziation. Geschmacklich haben wir am ersten Tag eine eindeutige Birne, vielleicht Quitte. Der Wein verursacht noch ein leichtes Prickeln/Perlen am Gaumen. Der Wein ist trocken und dabei wenig sauer.

Alkohol: 11,0%
Säure: 6,2 g/l
Restsüße: 5 g/l

Wertung: 5,5/10 Punkte

Preis: ca. EUR 8,00

Wein Nr. 2:

Grauburgunder Kabinett, Würzburger Stein, 2009:

Deutliche volle gelbe Farbe mit leichten grünen Reflexen. Geruch von Stein und Paprika-Sträucher. Der Wein ist noch sehr jung/wild und leicht perlig. Dabei mit leicht bitter-säuerlichen Komponenten. Vielleicht Grapefruit. Aber auch sprittig kurz nach dem einschenken. Etwas später gibt es Töne von Birne und Honig.

Alkohol: 13,0%
Säure: 6,5 g/l
Restsüße: 6,0 g/l

Wertung: 5,0/10 Punkte

Preis: ca. EUR 9,00

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Juli 10, 2010 Off

Aktuelle Korkenziehung – Buddel 11: Ein Roter vom Berghof in der Provence

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…La Ferme du Mont, Première Côte, Côtes du Rhône. Mit viel Vorschusslorbeeren versehen haben wir diesen Wein bestellt und tatsächliche Lorbeere gefunden. Ein Testpaket mit drei verschiedenen Weinen von diesem Weingut in Südfrankreich. Unser “Kleinste” der drei ist ein Côtes du Rhône. Ein Wein, der bereits einiges an Lobeshymnen erhalten hat. Stuart Pigott (FAS vom 25. Oktober 2009) und Pit Falkenstein (Handelsblatt vom 08. Januar 2010) beschreiben den Wein als “ein Paradebeispiel für modernen Côtes du Rhône” oder als “Stoff, der Leib und Seele wärmt”. Na gut… und wir beschreiben mal was wir gefunden haben:

Weindaten:

Farblich im Bereich eines tiefen fast leuchtenden Rot; dabei aber durchaus noch leicht durchsichtig. Deutliche Kräuter im Geruch, wir haben tatsächlich ein wenig das Gefühl hier Provence-Kräuter riechen zu können. Manchmal eine Note von Leder und vielleicht Kirsche, deutlicher noch Pflaumennoten kommen in die Nase. Geschmacklich kommt dieser Wein trotz Pflaumen- und reifen Kirschnoten nicht als “Fruchtbombe” daher. Halbvoll ist er. Begeistern tun uns allerdings die seidigen Bitterstoffe des Weins. Sie sind da, aber stören nicht. Der Wein besteht aus den Rebsorten Grenache (60%), Syrah (30%) und Mourvèdre (10%) und hat einen Alkoholgehalt von 14,5%. Wir hatten den Première Côte aus dem Jahr 2007 im Glas. Dieser ist nach Informationen auf der Online Seite des Weingutes auch noch bis 2011 gut trinkbar.

Hintergrundinfos:

Das Anbaugebiet dieses Weins ist die südlichen Rhône. Der erfolgreiche Winzer ist Stéphane Vedeau, der bereits im Languedoc Anteile an einem Weingut besessen hat (Maurel-Védeau im Languedoc) und nun seit einigen Jahren sein neues Weingut ‚La Ferme du Mont’ aufbaut. La Ferme du Mont liegt zwischen den Orten Orange und Carpentras südlich von Beaumes de Venise und Monsieur Vedau bezeichnet seinen kleinen Betrieb auf seiner Website immer noch als reines Family Business.

Wertung: Der Wein ist eine Provence-Reise für kleines Geld. Ohne den ganzen Profis nach dem Mund reden zu wollen, aber es ist tatsächlich ein “kleiner” feiner Wein, den wir mit 7,0/10 Punkten bewerten.

Preis: EUR 7,20

Zu beziehen über: selezionevini.de

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